Was die anderen Initiativen noch anstreben, ist im Fichtelgebirge, in Mehlmeisel bereits Realität. Hier entstand 2017 das „Tiny-House-Village“ auf dem Gelände eines ehemaligen Campingplatzes. Neben buchbaren Tiny-House-Hotelunterkünften gibt es hier Pachtplätze für Vollzeit-Tiny-House-Bewohner. Ingesamt 20 Häuser mit 31 Bewohnern leben mittlerweile in Mehlmeisel. Derzeit sind alle Pachtplätze belegt. Aber: Ende 2019 haben die Dorfgründer Pläne zum weiteren Ausbau des Dorfes vorgestellt. 15 weitere Tiny Houses sollen 2020 hinzukommen und die Einwohnerzahl verdoppeln. Übrigens nimmt das Dorf nicht jeden: Wer einziehen möchte, muss sich mindestens eine Woche zur Probe einmieten, damit sich die Bewerber und die Community kennenlernen können. Lena Henke betreibt in Dülken mit Famcare auf ihrem Bauernhof mit Tieren bereits erfolgreich eine Jugend- und Familienhilfe. Dabei kommen Jugendliche in Tiny Houses unter. Jetzt hat sich die Unternehmerin vorgenommen ihre Tiny House-Expertise zu nutzen und möchte in Mönchengladbach eine Siedlung mit 15 Mini-Häusern für alle Altersgruppen gründen.

Wie in anderen Mini-Siedlungen soll es auch hier eine Art Gemeinschaftshaus geben, die Ideengeberin kann sich außerdem Coworking-Häuser für mobil arbeitende Bewohner oder ein Tiny-Café vorstellen. In dem Mönchengladbacher Gewerbegebiet Hardt hat Henke ein Grundstück, das sowohl als Wohn- als auch Gewerbegebiet ausgewiesen ins Auge gefasst. Sicher ist der Bauplatz allerdings nicht. Seit August 2019 gibt es den Tiny House Bielefeld-Verein, der aus fast 30 Interessenten besteht, die auf der Suche nach einem passenden Grundstück für eine Tiny House-Siedlung sind. Um die Erfolgschancen eines passenden Bauplatzes zu maximieren, sucht der Verein sowohl ein Grundstück für ein Dorf mit 10 bis 15 Wohneinheiten, ist aber auch an kleineren Grundstücken interessiert, auf dem mehrere Minihäuser aufgestellt werden können. In unmittelbarer Bodensee-Nähe ist im vergangen Jahr die Initiative Tiny House Gemeinschaft entstanden. Geplant ist eine Siedlung mit Gemeinschaftshaus, eine Bibliothek und bis zu 20 Tiny Houses für rund 40 Personen. Wie bei anderen Kleinstsiedlungen ist es auch den Machern aus Süddeutschland wichtig, dass eine echte Gemeinschaft entsteht. Ist ein passender Bauplatz gefunden, sollen Interessenten in mietbaren Mini-Häuser in das Gemeinschaftsleben hineinschnuppern können.

Gesucht wird ein mindestens 10.000 Quardratmeter großes Grundstück, das im Umkreis von 20 Kilometer rund um Salem sein soll. Optimalerweise handelt es sich um Bauland, wodurch auch die Tiny Houses als Erstwohnsitz eingetragen werden könnten. Trompeterallee 2, 41189 MönchengladbachTelefon: +49 (0)2166 – 85 437 0, Fax: +49 (0)2166 – 85 437 22E-Mail: [email protected] Das „Tiny House Movement“, also die Mini-Haus-Bewegung, ist in den vergangenen Jahren aus den USA nach Deutschland rübergeschwappt. Die Idee von coolen, kleinen Hütten, die modern und minimalistisch eingerichtet sind, kommt auch hierzulande gut an.